Es gibt mittlerweile viele Snacks und Produkte auf dem Markt, welche die Zahngesundheit von unseren Hunden unterstützen sollen.

Ob ein Hund zu Zahnstein neigt, kann einerseits fütterungsbedingte Ursachen haben, jedoch spielt hier auch die genetische Disposition eine Rolle. Wie bei uns Menschen: Manche haben von Natur aus öfter Zahnprobleme, andere gar nicht.

In solcher Lage ist es einfach und unkompliziert, den Hund über das Futter zu unterstützen und einfach ein passendes Zahnpflegepulver mit in den Napf zu geben.

Einfach und unkompliziert ist es, aber auch gesund?

Hier gilt es, sich dringend mit den Inhaltsstoffen zu beschäftigen, denn:
Viele Hersteller nutzen Seealgenmehl als Mittel gegen Zahnstein oder Zahnbelag.
Ein natürlicher Inhaltsstoff – damit wird dann auch gern geworben – jedoch der Jodlieferant schlechthin.

Jod ist beim Hund (ebenso wie bei uns auch) der Antrieb der Schilddrüse und damit ein wichtiger Baustein im kompletten Hormonhaushalt.
Die Schilddüse wiederum ist recht pingelig, was die korrekte Versorgung angeht. Eine Fehlversorgung kann zu Krankheiten wie Über- oder Unterfunktionen und deren Folgen führen.

Wovon sprechen wir, wenn es um eine „korrekte Versorgung“ der Jodzufuhr geht? In der Fachliteratur findet man als empfohlene Höchstversorgung das Doppelte des Bedarfes.
Wird ein bisschen Pulver damit wirklich schon zum Problem?

Rechnen wir nach:

Unser Beispielhund Wuschel wiegt 15kg, ist ausgewachsen und gesund. Sein Mensch gibt ihm zur Zahnvorsorge ein Zahnpflegepulver mit in sein Futter. Ich greife für unsere Rechnung willkürlich auf ein tatsächliches Zahnpflegepulver zurück, welches mir bei der Recherche von einer Suchmaschine ausgespuckt wurde.
Wuschels täglicher Jodbedarf liegt bei ~0,226 mg.

Die Dosierungsempfehlung des Herstellers liegt bei unserem ausgewählten Produkt bei 1-1,5 Gramm pro 10 kg Körpergewicht. Sein Mensch rechnet für Wuschel mit 1 Gramm, da das Pulver nur zur Vorsorge gegeben wird.

Laut Herstellerangaben enthält 1 Gramm Pulver = 0,6mg natürliches Jod.
Zur Erinnerung: Wuschels Bedarf liegt bei 0,226 mg, das empfohlene Maximum liegt damit bei 0,452mg. Ups. Wuschels Jodversorgung liegt damit bei knapp dem Dreifachen seines Bedarfes. Täglich.

Nun haben wir das Zahnpflegepulver auf Wuschel umgerechnet – Wuschel bekommt aber auch noch sein Futter.
Wird Wuschel gebarft, kann man hier ausgleichend gegenhalten und keinen weiteren Jodzusatz füttern. Damit ist Wuschel trotzdem überversorgt! Bekommt Wuschel Fertigfutter, wird er hier bei einem Alleinfuttermittel theoretisch rundum versorgt – es wird also auch sein Jodbedarf gedeckt.
Gehen wir hier von einer bedarfsdeckenden Versorgung (also keiner Überversorgung) durch seine Tagesration normales Futter aus, bekommt Wuschel immer noch das 4-fache an Jod in seiner täglichen Fütterung.
Das ist das Doppelte des empfohlenen Maximums.

Wow!

Gut gemeint ist in diesem Fall leider nicht gut gemacht.
Was dann tun, zur Zahnpflege?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, z. B. natürliche Kauartikel wie Rinderkopfhaut oder ähnliches (was Hund eben verträgt). Hier werden die Zähne durch das Kauen mechanisch gereinigt.
Die Futtermittelindustrie hält sicher auch noch andere Produkte bereit, welche bedenkenloser nutzbar sind.
Zahnpflege ist auch für unsere Hunde definitiv sinnvoll – wenn man weiß worauf mach achten sollte, dann auch gesund.
Du weißt es ja nun :).